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Sklaven2.0 der Werbewirtschaft.November 18

Terry Yang tritt als Chef von Yahoo, der bekannten Helfer der chinesischen Mörder, zurück. Nicht, weil die Firma in Sachen Menschenrechte die niedrigste Existenzform der Internetfirmen ist, sondern weil die Werbedeals mit Google oder Microsoft nicht funktioniert haben. Es geht allen um Werbung. Nicht darum, wie toll Flickr ist, ob Yahoo 360° gescheitert ist, ob Yahoo bei seinen verkauften Suchabfragen vorankommt. Es geht einfach darum, dass Yahoo keinen Weg findet, seine diversen Klicks auf diversen Plattformen so zu vermarkten, dass es nach zukunftsfähigem Geschäftsmodell aussieht.

Werbung ist schon im Print eine niedergehende Geschäftskomponente. Im Internet ist Werbung dummerweise fast die einzige realistische Refinanzierungsmöglichkeit. Und wenn es heute schon Yahoo so beutelt, dass ihnen nichts anderes als die Flucht zu den de facto Monopolisten bei Software und Internetwergung zu fliehen, kann man sich vielleicht ausmalen, was die mittelfristigen Folgen für alle sind, die auch an Werbung als Goldgrube im Netz geglaubt haben. Werbung war schon während der Dotcomkrise eine todsichere Fehlentscheidung, die vielen Startups das Genick gebrochen hat. Es ist nicht erkennbar, warum es diesmal

Machen. Oder auch nicht.November 15

Vermutlich wird man in den nächsten Monaten des postnuklearen Medienwinters solche Ankündigungen noch öfters lesen: Projekte, Zeitungen, Redaktionen und Medienmacher werden mit ihrer Tätigkeit scheitern und dann ganz gross ankündigen, im Internet mit etwas Besonderem, Einzigartigen und super Erfolgreichen weiter zu machen. Das nach einigen weniger tollen Dingen ausgeknipste TV-Magazin Polylux hat das mit der Ankündigung schon vorgemacht - dort soll das Blog, das mit einigen anderen szenenahen Figuren 2007 einen Grimme Online Award zugeschoben bekam, mit Internetvideos zum Goldeselchen für die Produzenten werden. Seit Anfang November könnte es losgehen, denn am Ende von Polylux ist nach Worten des RBB nichts mehr zu ändern

Während jetzt aber von der grossen Offensive auf Polyblog.tv bislang noch nichts zu merken ist, tritt schon das nächste Medium zu Gang ins Internet an: Die Zeitgeistpostille Face wollte die alte “Tempo” beerben und coole Texte für coole Leute schreiben - aber schon nach drei Ausgaben kam es zum grossen Knall, der

Online first? Newsdesk? Im Westen nichts neues.November 12

Zuerst mal: Ich arbeite generell nicht mehr so viel im Journalismus, dafür eher woanders. Und wenn ich mir die Lage des Journalismus so anschaue, bin ich ganz froh über diesen teilweisen Ausstieg. Grob gesagt stehen die Kollegen gerade vor der Wahl, Einkommenseinbussen durch billigere Arbeit zu akzeptieren, oder Einkommenseinbussen durch weniger halbwegs gut bezahlte Arbeit, oder Einkommensstagnation durch mehr Arbeit und Selbstausbeutung. Alle drei Alternativen sind schlecht, und wem sie nicht passen, für den gibt es auch noch die Arbeitslosigkeit. Das, was dem Vernehmen nach 300 Mitarbeitern der WAZ-Gruppe droht. In einer Region, in der die WAZ mit ihren Blättern Monopolist ist.

In dieser unschönen Lage, 30 Millionen Euro Einsparvorgaben zu haben, hat die WAZ jetzt ein neues Konzept für ihre Printtöchter vorgestellt, das man grob mit Onlinestrategie für Print umschreiben könnte - konktret wird es für alle einen zentral erstellten Mantel geben:

Der Content-Desk

Der Content-Desk liefert für In- und Ausland, Wirtschaft, Sport, Kultur, Vermischtes und Fernsehen qualitativ hochwertigen Content an die Titel von NRZ, WAZ und WR.
Die früheren Ressorts der drei Titel werden ersetzt durch Newsdesks für Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Vermischtes/Fernseh

Eia BlogeiaNovember 11

Ich finde diese Diskussion hier etwas unfair und meine, dass sich das Blog erstmal entwickeln muss. Ein Problem ist sicherlich der so vor sich her getragene hohe Anspruch, aber wie es wirklich wird, weiß man doch nicht nach 10 Tagen sondern erst nach einem halben Jahr.

Ich könnte nochmal ganz anders. In meiner virtuellen Schublade liegen haufenweise Aufrechnungen alter kommerzieller Bloghirngespinste, die man eigentlich noch mal besichtigen müsste. Um zu zeigen, was da draus wurde. Ein Typ, der seine Platte mit Blogs in die Charts bringen wollte. Zwei Typen, die ein Dauerwerbeblog zum Erfolg bringen wollten. Das ganze Elend von Derwesten und Zoomer, mitgemacht von bekannten deutschen Bloggerinnen, die den Mund in Sachen Internet gern voll nehmen, und die man mal an ihren Taten messen könnte. Burdas Lachnummern in Bewegtbild und Blogcommunity - wollten die bei Blog.de nicht im Herbst was ganz Grosses, Werbemässiges machen? Oder wie war das nochmal mit dem grosskotzig vermeldeten, allseits verlinkten Aufruf von Adical/Adnation/Lobo, sich für das Cebit-PR-Blog als Berufs-Twitterer zu melden?

Wenn man sowas macht, kann man sich sofort an den Rechner setzen und beginnen, die Hilfstruppen solcher Knilche rauszulöschen. Ziemlich viele Leute haben ein paar Freunde, die anonym, mit falscher Email und Namen schnellstens mit der persönlichen Schiene bei der Hand

A la CartaNovember 6

Ich wurde von ein paar Leuten gebeten, etwas über das neue Gemeinschaftsblog Carta zu schreiben. Na gut. Schauen wir uns an, was die über sich selbst sagen. Obwohl, “sagen” darf man da nicht sagen, sondern eher: Kommunizieren.

CARTA ist ein Netzwerk-Syndikat für Analyse und Meinungsbildung. Die Online-Publikation verknüpft die Beiträge seiner dezentral organisierten Autoren mit Verweisen auf die relevantesten Inhalte aus dem Internet. CARTA ist dezentrales, digitales Op-Ed. CARTA ist Filter und Produzent, Meta- und Mehrautoren-Blog.

CARTA sieht im selbstbestimmten Öffentlichkeitszugang von eigenständig publizierenden Experten, die auf Basis von Hintergrundwissen und komplexen Weltbildern interpretieren und analysieren, eine entscheidende Ressource für die Steigerung des Niveaus aktuell-gesellschaftlicher Informationsverarbeitung.
CARTA verweist offensiv auf andere Online-Publikationen und nutzt damit den Netzwerkcharakter des Internets. CARTA ist überparteilich und unabhängig. CARTA ist den Normen des Qualitätsjournalismus verpflichtet.

CARTA ist zuallererst Dienstleister für seine Autoren. Es nimmt ihnen die Unwägbarkeiten der Online-Publizistik ab und bietet ihnen den gesicherten Aufmerksamkeitsrahmen einer hochwertigen Medienmarke.

Man kann es nie wissen, aber selbst für mich, der ich qua Bildung, Tätigkeit, Interessen und Einkommen ziemlich gut in die Zie